Mittwoch, 14. Januar 2009
mama ist traurig. sie zeigts nicht, aber ich weiß warum. wieder ein freund der ins "ausland" zieht [ich weiß zwar nicht, was das ist, aber ich schätze, das ist noch weiter und viel gefährlicher, als das ominöse "draußen" hinter der wohnungstür, welches ich mich seit 7 jahren wehre zu erkunden]. kritische phase jedenfalls. mir kommt vor es vergeht kein jahr, ohne dass nicht zumindest ein mamamensch wegzieht. ich als traditioneller, sehr im weinviertel verwurzelter typ hab sowieso nie verstanden, was an der kosmopolitischen welle so toll sein soll, party in hamburg, umzug nach australien dort...und der jetzige fahnenflüchtige schleicht sich gar nach argentinien um sich zu finden und steigt ganz dekadent ein halbes jahr aus...in verbindung mit der bereits erwähnten nestbauwelle natürlich ein soziales drama für mama. die einen gehen nicht mehr außer haus und die anderen sind nicht einmal örtlich mehr greifbar, moderne kommunikation hin oder her. versteh schon, dass sie da ein bissl einen schizo aufreißt. ich hab ja versucht, sie zu trösten und ihr erklärt, dass sich freundschaften und konstellationen ein leben lang ändern, aber ich verspüre zunehmende resignation und frustriertheit. ich hab ja keine erfahrung in solchen dingen, aber mama scheint nicht zu erkennen, dass echte freundschaft ortsunabhängig ist und selbst jahrelange trennungen problemlos übersteht. sie meint, diese sichtweise hilft ihr jetzt grad gar nix...bin echt mit meinem latein am ende...
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