Mittwoch, 14. Januar 2009
time:22.49. current mood: trotzig....mama kommt grad vom heurigen nach hause und ist stocknüchtern. schlechtes zeichen. mama kann nämlich keinen schluck alkohol trinken wenn sie a) im stress, oder b) nicht gut drauf ist. nachdem sie ihre laune auch nicht mit frustfresserei therapiert [was bei mir immer hilft, wobei grießpudding und cocktailkirschen, aber nur die grünen, eindeutig die besten therapeutischen erfolge bringen] hätt sie sich meines erachtens nach den heurigen ganz sparen können, aber egal... . vor einigen monaten war alles noch ganz anders. bis mama erwachsen wurde. und draufkam, dass sie sich nicht länger dagegen wehren konnte. leider ist sie mit dieser situation heillos überfordert und realisiert erst jetzt allmählich, dass das jahrelang von ihr zelebrierte süße leben endgültig geschichte ist. nix mehr täglich party, stundenlange kaffeehaussitzungen, kein in-den-tag-hineinleben und auch die "mach-ich-morgen"-einstellung funktioniert nicht mehr. mama ist jetzt selbständig. trägt verantwortung. lernt buchhaltung. macht steuererklärung. führt mitarbeitergespräche. muss ihre versicherung selber zahlen, überweisungen kontrollieren und in mühsamer kleinarbeit mit 30 alles aufholen, was für andere schon seit jahren zum alltag gehört. das ist ungewohnt und zehrt an der substanz...allerdings auch an meiner! spätestens um 7 werde ich aus dem tiefschlaf gerissen, es gibt jetzt nur mehr eine mahlzeit täglich, quality-time mit mama wurde drastisch reduziert und auch nach feierabend nervt das firmenhandy bis spät in die nacht [selbst konsequentes draufliegen und schalldämpfen funktioniert nicht, alles schon probiert]. diese minderung der lebensqualität lässt sich auch nicht durch halbherzige wiedergutmachungsversuche kompensieren! scheiß auf sheba und vanille-katzenstreu! ich hasse die neuen fellmäuse und ich will auch keinen zimmerhohen kratzbaum! ich brauch das alles nicht! ich.will.meine.mama .zurück!...
mama ist traurig. sie zeigts nicht, aber ich weiß warum. wieder ein freund der ins "ausland" zieht [ich weiß zwar nicht, was das ist, aber ich schätze, das ist noch weiter und viel gefährlicher, als das ominöse "draußen" hinter der wohnungstür, welches ich mich seit 7 jahren wehre zu erkunden]. kritische phase jedenfalls. mir kommt vor es vergeht kein jahr, ohne dass nicht zumindest ein mamamensch wegzieht. ich als traditioneller, sehr im weinviertel verwurzelter typ hab sowieso nie verstanden, was an der kosmopolitischen welle so toll sein soll, party in hamburg, umzug nach australien dort...und der jetzige fahnenflüchtige schleicht sich gar nach argentinien um sich zu finden und steigt ganz dekadent ein halbes jahr aus...in verbindung mit der bereits erwähnten nestbauwelle natürlich ein soziales drama für mama. die einen gehen nicht mehr außer haus und die anderen sind nicht einmal örtlich mehr greifbar, moderne kommunikation hin oder her. versteh schon, dass sie da ein bissl einen schizo aufreißt. ich hab ja versucht, sie zu trösten und ihr erklärt, dass sich freundschaften und konstellationen ein leben lang ändern, aber ich verspüre zunehmende resignation und frustriertheit. ich hab ja keine erfahrung in solchen dingen, aber mama scheint nicht zu erkennen, dass echte freundschaft ortsunabhängig ist und selbst jahrelange trennungen problemlos übersteht. sie meint, diese sichtweise hilft ihr jetzt grad gar nix...bin echt mit meinem latein am ende...
Mittwoch, 7. Januar 2009
männer und krankheiten...
ich bin leidend. sehr leidend. und ich bin nicht schuld! hat mir meine lebensabschnittskatze doch glatt ihren schnupfen vererbt und während die schon wieder vollkommen gesundet ihre revierrundgänge absolviert werde ich vom weißen feind [anmerkung der redaktion: der tierärztin] malträtiert. infusion, flüssigantibiotikum [noch das geringste übel, schmeckt nach vanille], augentropfen und...BLASENKATHEDER [mannomann, das war echt eine prüfung]!!! ...und offenbar hat in diesem haushalt noch niemand bemerkt - ich. bin. total. arm.!!! doch all meinen versuche, dies auch entsprechend zu demonstrieren scheitern kläglich! von der katze ernte ich nur angewiderte blicke und meine - zugegebenermaßen gefakte - appetitlosigkeit wird auch bloß mit unnötigen kommentaren quittiert ["na kugelfisch, wirst uns schon nicht vom fleisch fallen", oder "wennst nicht krank wärst, wärst sowieso demnächst auf diät"]. lang halt ich das nicht mehr durch. seit wochen schlepp ich mich schon betont schwächlich durchs haus, mal stumm, mal leise seufzend, habe den leidenden augenaufschlag perfektioniert und schlafe ausschließlich in tote-katze-position. dazwischen truthahne ich stundenlang [der truthahn: von katzen eingenommene, hockende position, dient zum ausdruck des unmuts oder unwohlseins] an den für mama ungünstigsten stellen oder einfach mit dem gesicht zur wand und warte, dass mein erbärmlicher zustand die entsprechende aufmerksamkeit erhält. aber der plan geht nicht und nicht auf. kein mitleid, keine außerordentlichen zugeständnisse angesichts meines dramas. sogar das kabelfernsehen hat man mir gekündigt. und der liebe baum mitsamt der ganzen schoki drauf ist auch seit gestern weg. schad. der war nämlich der einzige, der sich wirklich bemüht hat, mir das leben in dieser schweren zeit etwas zu versüßen...
Mittwoch, 17. Dezember 2008
Ärgernis des Tages
Ich brauche Ruhe. Mein holistischer gesundheitlicher Zustand verlangt das. Mama weiß das. Trotzdem. Seit Stunden keine Möglichkeit, das aufgrund eines ausgedehnteren morning-naps ohnedies schon verzögerte pre-afternoon-nap zu zelebrieren. Mama hat nämlich Gäste. Es gibt Zeiten im Jahr, da wird Mama nämlich so richtig sozial. Und dann wird gekocht. Wogegen prinzipiell nix einzuwenden wäre, ich schätze ihre Kochkünste sehr, vor allem, wenns um die Nachspeise geht! Stichwort Nachspeise - mein Unterzucker macht sich eh schon wieder bemerkbar :-(( [mental note: Cocopops nachkaufen]. . . .jedenfalls, um zu unliebsameren Themen zurückzukehren: Wenn Mama die ganze Crew einlädt dann ist das die Hölle! Vor allem, da die Gute jetzt schon in einem Alter ist, wo einige ihrer Freunde schon eifrig mit Nestbauen beschäftigt sind und auch schon mit Fortpflanzen begonnen haben. Erwachsene Mamamenschen wären ja gerade noch erträglich, aber mit deren Nachwuchs stehe ich eindeutig auf Kriegsfuß. [mental note: rechtzeitigen Rückzug planen, Hochbett vor der Katz verteidigen und Leiter umwerfen um den Monstern jeglichen Zugriff auf mich zu verwehren] . Uh, meine schlimmsten Befürchtungen bestätigen sich gerade - Roter Kindersessel wird positioniert. Eigentümer: Sandro, 3. Erkennunszeichen: laut. Charakter: brutal. Negative Eigenschaften: viele. Positive Eigenschaften: Steht auf Süßes. [mental note: Katze bitten, Naschlade zu öffnen, ist vermutlich gut gefüllt]. Anyway -es steigen mir bereits jetzt die Grausbirnen auf und ich verspüre ein nervöses Rühren....nach der Sitzung gehts weiter...
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